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Hoffnung für Gelähmte: Roboter hilft heilen Die St. Mauritius Therapieklinik Meerbusch setzt auf einzigartige Therapieinnovation

22.07.09

Die Kraft zum Gehen kommt aus der Maschine. Es sind die künstlich „verlängerten“ Arme und Beine eines Roboters, die dem Patienten Anschub zum Laufen oder Greifen geben. War der Stahlmensch in den 20er Jahren noch Bestandteil utopischer Romane, gehört er heute fest zum Alltag – zum Beispiel in der Bewegungstherapie von Reha-Kliniken wie der St. Mauritius Therapieklinik Meerbusch. Dank dieser hochmodernen Helfer können Schlaganfallpatienten Bewegungen trainieren und zum Beispiel „gelöschte“ Abläufe wieder neu erlernen.

In den letzten Jahren sind Automatensysteme zum Einsatz am Menschen entstanden. Die Therapieansätze orientieren sich an lerntheoretisch fundierten Strategien. Zum Beispiel das Neuerlernen vom Laufen und Greifen.

Der "Laufschrittmacher"

Zum Training der Gehbewegungen eignet sich zum Beispiel der Lokomat®, ein Schienenmotorsystem in Kombination mit einem Laufband, das dem Patienten trotz schwerer Lähmung der Beine Schrittbewegungen ermöglicht. Die Bewegung wird komplett bdurch den Roboter geführt (siehe Abbildung). Ein kompliziertes System aus empfindlichen Sensoren misst die Bewegung und passt die Führung individuell an.

In einer Therapiestunde werden sehr viele Schritte wiederholt und der Patient kann Bewegungsmuster des Gehens, die durch die Lähmung gestört sind, wieder neu erlernen. Zusätzlich kann eine so genannte „virtuelle Realität“ in die Übungen eingebunden werden. Auf einem Bildschirm wird zum Beispiel eine Landschaft dargestellt, durch die der  Patient sich bewegen muss. Kinder können virtuell Fußball spielen und einem Gegner den Ball abjagen.

1000 Bewegungen in einer Stunde

Armlähmungen sind eines der schwierigsten Kapitel in der motorischen Rehabilitation, ist doch das Bewegungsspektrum von Arm und Hand äußert vielfältig. Das reicht vomTragen schwerer Lasten bis zum geübten Instrumentenspiel eines Musikers. Bewegungen wie diese steuern zu können, stellt sehr hohe Anforderungen an die Koordination und an das Bewegungsgefühl. Schließlich bewegt der Mensch die Arme im dreidimensionalen Raum und braucht somit auch eine gut funktionierende Sensibilität.

Für solche Übungen kommt der so genannte Armin® zum Einsatz, ein so genanntes „Exoskelett“. Arm und Hand werden in unterstützende Schienen eingespannt, deren Gelenke mit Sensoren und Motoren versehen sind. Auf einem Bildschirm erscheinen praktische Aufgaben, die der Patient erfüllen soll. Die Sensoren spüren sehr genau, ob der Patient auch nur den Hauch einer Bewegung selbstständig durchführt. Wenn dem so ist, passt der Roboter seine Unterstützung automatisch an und fährt diese zurück oder umgekehrt. In einer Therapiestunde kann so bis zu 1000 Mal der Arm bewegt werden, wobei die Maschinerie nur so viel Kraft unterstützt, wie der Patient nicht selber aufbringen kann. Die genannten Roboter-Systeme können tatsächlich „heilen“ helfen. In den nächsten Jahrzehnten ist mit einer weiteren Verfeinerung der Therapie-Maschinen zu rechnen.

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