Willkommen in der Klinik für Neurologie der St. Mauritius Therapieklinik Meerbusch

Sehr geehrte Studierende,

in Zeiten sich weiter verkürzender Liegezeiten in unseren Krankenhäuser vergrößert sich das Aufgabenspektrum der Neurorehabilitation, sodass es hier viel zum Lernen für Sie gibt. Lassen Sie mich Ihnen daher einen Überblick zur Klinik für Neurologie der St. Mauritius Therapieklinik geben.

Akutmedizin und das Fallpauschalsystem sind darauf ausgelegt, Krankheit zu stoppen. Damit ist nicht immer Gesundheit oder zumindest Selbstständigkeit wieder hergestellt. Diese Aufgabe fällt der Rehabilitation zu. 

Das aus heutiger Sicht Paradoxe ist, dass Patienten für die meisten Formen der Reha-bilitation wie in der Orthopädie, Kardiologie, Geriatrie oder Psychosomatik medizinisch stabil sein müssen. Denn hier erlauben die Entgeltstrukturen keine auf¬wändigere medizi-nische Versorgung. Einzige Ausnahme ist die Neurorehabilitation, die durch ein Phasenmodell von A bis F sogar kritisch kranke und beatmete Patienten therapieren kann. 

Historisch wesentlich für die Sonderstellung der Neurorehabilitation war der Wirtschaftswunder-Straßenverkehr, der nicht nur viele Menschen tötete (Unfalltote in Westdeutschland 1970 über 21 000 gegenüber heute in Gesamtdeutschland unter 4 000!), sondern auch viele schwer hirnverletzt zurück ließ.  Bei der Behandlung dieser häufig auch jungen Menschen zeigte sich, dass Akuttherapie, Komplikationsmanagement, Mobilisierung und Aktivierung zusammen gehören und dazu gesonderte Versorgungs- und Entgeltstrukturen nötig sind. Die damaligen politischen Akteure handelten und schufen das Phasenmodell der Neurorehabilitation.

Diese in Phasen organisierte Neurorehabilitation hat sich mittlerweile als extrem erfolgreich erwiesen - und zwar nicht nur bei Unfallversehrten, sondern auch bei Menschen mit Schlaganfällen, Hirnblutungen, operierten Hirntumoren und sogar Neurodegenerationen oder Nervenentzündungen. Denn eine frühe, durchaus noch bei medizinischer Instabilität ein-setzende Reaktivierung verhindert Komplikationen und profitiert von einer nach Hirnverletzung vorübergehend gesteigerten Hirnplastizität. 

So wundert es nicht, dass die Neurorehabilitation nicht nur klassisch neurologische Patienten versorgt, sondern auch neurochirurgische oder intensivmedizinische Patienten mit neurologischen Komplikationen. Während über alle Fächer jeder zehnte Krankenhauspatient eine stationäre Rehabilitation erhält, steht in der Neurologie bereits jedes dritte Bett in einer Rehabilitationsneurologie - Tendenz steigend. Ein Beispiel dafür ist unsere Klinik, die mit über 200 Betten auf 10 Stationen einschließlich zweier Monitorstationen und einer internationalen Station, einem Stellenschlüssel von 18/6/1 und einer großen Diagnostikabteilung u.a. mit eigenem MRT ein neurologisches Dickschiff ist.

Wie arbeiten wir? Wir organisieren unsere Patientenversorung um 4 K’s:

  • Kausa: Ist die Ursache einer Erkrankung nicht optimal behandelt, kann es zu Wiederholung kommen. Daher hinterfragen wir Einweisungsdiagnosen und führen eigene Diagnostik durch.
  • Komplikationen: Neurologische Erkrankungen, aber bereits auch Krankenhaus- und Pflegebedürftigkeit sind mit Risiken wie Thrombosen, Infekten oder auch Depressionen ver-bunden, die vermieden oder beherrscht werden müssen.
  • Kompetenzen: In der rehabilitativen Neurologie leiten Ärzte die interdisziplinären Teams, um  Gesundheit und Kompetenz zur Selbstständigkeit und Teilhabe wiederherzustellen.
  • Kommunikation: Patienten und Angehörige befinden sich in einer Phase der Ungewissheit. Sie brauchen für die Rehabilitation Hoffnung auf Besserung, aber auch ein wachsendes Verständnis für Komplikationsrisiken und verbleibende Einschränkungen. Dazu kommt, dass sie mit einem komplexen Rehabilitationsapparat konfrontiert sind, bei dem sie Orientierung benötigen. Ein weiterer wichtiger Inhalt von Kommunikation ist die Sekundärprävention mit Aufklärung über nötige Medikamente und Lebensstilmaßnahmen.

Daneben stellen wir uns natürlich die Frage, wie wir besser werden können. Über ein Register unserer klinischen Daten untersuchen wir, welche Faktoren zu Erfolg oder Misserfolg einer Behandlung beitragen. Über experimentelle und klinische Studien versuchen wir, Mechanismen besser zu verstehen und effektivere Therapieverfahren zu entwickeln, die wir dann wiederum klinisch überprüfen.
Nach diesen allgemeinen Informationen finden Sie im Anhang noch speziellere Information zu unserem Haus.

Ich wünsche Ihnen guten Lernerfolg bei uns!

Ihr Prof. Dr. med. Stefan Knecht

Anfahrt

Lageplan der Räumlichkeiten in der St. Mauritius Therapieklinik:

 

Organisatorisches

Klinik

Lehrkoordinator

Organisationsplan

Neurologie

OA Heiko Wegrich  Heiko.Wegrich(at)stmtk.de

 


WLAN Zugriff

erhalten Sie über die Pforte, die Ihnen nach Vorlage dieses Schreibens und Ihres Studentenausweises Zugriffskarten für eine Woche ausstellen. Wir haben WLAN an folgenden Orten:

  • Stationen: B1, B2, B3 im Haus B, C3 im Haus C, K2, K3 im Haus K, P1, P2 in Pädiatrie
  • Empfangshalle und Patientenrestaurant
  • Empfang im Studierenden-Zimmer K0.11 ist leider noch mäßig. Wir arbeiten dran.

Mittagessen

Sie können gerne in unserem Café zu Mittag essen. Allerdings ist die Zahl verfügbarer Essen begrenzt. Als Tipp: Wenn Sie sich am Vortag in die dort ausliegende Liste eintragen, sichern Sie sich ein Gericht Ihrer Wahl und müssen nur 3,-€ pro Mahlzeit zahlen.

Ablaufplan

Tägliche Patientenvorstellungen, Teamkonferenzen, Luncheon und Mittagsbesprechung sind klinische Veranstaltungen für alle Ärzte

Folgende  Krankheitsbilder versuchen wir Ihnen in Meerbusch nahezubringen:

1.    Schlaganfälle mit

  • Hemi- oder Monoparese
  • Aphasie
  • Neglect
  • Sehstörung
  • Schluck- oder Sprechstörung
  • Ataxie oder Dysbalance

2.    Hirnblutungen

  • intraparenchymatös
  • subarachnoidal
  • subdural

3.    Schädel-Hirntrauma oder Polytrauma
4.    Para/Tetraplegie oder -parese
5.    Periphere Nervenschäden durch CIDP/GBS/CIP
6.    Bewegungsstörungen durch Parkinson o.ä.
7.    Gehirnentzündungen infektiös oder autoimmun 
8.    Epilepsie
9.    Muskelerkrankung
10.   Hirntumoren
11.   Demenzentwicklung

Düsseldorfer Liste der Behandlungsanlässe