Stromimpulse gegen Sodbrennen: Ärzte setzen erstmals in Düsseldorf ein Stimulationsgerät zur Therapie der Reflux-Krankheit ein

Ärzte am Marien Hospital Düsseldorf bieten jetzt zusätzlich zu der klassischen OP-Methode in ausgewählten Fällen eine weitere, besonders schonende Therapiemethode zur Refluxkrankheit an

Saures Aufstoßen, Völlegefühl, Schluckbeschwerden, ein schlechter Geschmack im Mund und/oder ein brennender Druck im Hals: in Deutschland leiden zehn bis 15 Millionen Menschen an Sodbrennen. Treten Beschwerden in einer Häufigkeit auf, welche das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen, oder ist mit einer krankhaften Veränderung der Speiseröhre zu rechnen, spricht man von einer „Reflux-Krankheit“.

Auslöser bei vielen Reflux-Patienten ist eine unnatürliche Säurebelastung der Speiseröhre aufgrund einer gestörten Barriere-Funktion im Bereich des Übergangs der Speiseröhre zum Magen (medizinisch „unterer Ösophagussphinkter“ genannt). Da eine langjährige medikamentöse Therapie (Antisäure-Therapie) mit zum Teil starken Nebenwirkungen einhergeht und bei circa 30 Prozent der Patienten gar keinen ausreichenden Erfolg bringt, ist der heutige Ansatz eher eine operative (Anti-Reflux-)Therapie. Daher bieten Ärzte am Marien Hospital Düsseldorf jetzt zusätzlich zu der klassischen Operationsmethode in ausgewählten Fällen eine weitere, besonders schonende Therapiemethode an.

Bei dem neuen und erstmals in Düsseldorf angewendeten Verfahren mit dem Namen EndoStim implantiert der Chirurg mittels Schlüsselloch-Chirurgie Elektroden direkt am Ende der Speiseröhre. Über ein Kabel erfolgt dann die Verbindung mit dem im Unterhaut-Gewebe des Bauchs eingepflanzten Stimulator. Dieses Gerät sendet schmerzfreie elektrische Impulse, die den Schließmuskel stimulieren, ähnlich wie bei einem Muskeltraining. Der Eingriff für das Implantat dauert etwa 60 Minuten. Der Vorteil: die Ärzte greifen dabei nicht in die Organstruktur des Körpers ein. Dadurch lassen sich Nebenwirkungen am Magen-Darm-Trakt reduzieren oder vermeiden.

Bei den meisten Patienten kann so eine Rückkehr zu einem Leben frei von Reflux, Schmerz und Beeinträchtigung erreicht werden. Der Akku des Stimulators hält schätzungsweise zehn Jahre. Das Verfahren wird derzeit an 45 Zentren deutschlandweit angewendet. In NRW bieten bislang 13 Zentren diese schonende Therapie an.