Erstes „Referenzzentrum für Hernienchirurgie“ in NRW ausgezeichnet

Als erstes Zentrum dieser Art in NRW und als bundesweit einer von sechs Standorten wurde jetzt in der Landeshauptstadt Düsseldorf die Klinik für Viszeral-, Minimalinvasive und Onkologische Chirurgie am Marien Hospital Düsseldorf und am St. Vinzenz-Krankenhaus mit dieser Qualitätsstufe für die Hernienversorgung durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) ausgezeichnet.

Bauchwandbrüche können lebensgefährliche Risiken und bei zu später Versorgung Folgekomplikationen nach sich ziehen. Expertenschätzungen zufolge erleiden 10 Prozent der am Bauch operierten Patienten in Deutschland jährlich einen Narbenbruch. Grund genug, sich vor einer Erst- und Folgebehandlung über die Behandlungsqualität einer Klinik zu informieren. Hierzulande profitieren Patienten von den so genannten Referenzzentren für Hernienchirurgie, die neben klassischen „Leistenbrüchen“ vor allem komplizierte Brüche wie Nabel- und Narbenhernien qualifiziert versorgen können. Als erstes Zentrum dieser Art in NRW und als bundesweit einer von sechs Standorten wurde jetzt in der Landeshauptstadt Düsseldorf die Klinik für Viszeral-, Minimalinvasive und Onkologische Chirurgie am Marien Hospital Düsseldorf und am St. Vinzenz-Krankenhaus mit dieser Qualitätsstufe für die Hernienversorgung durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) ausgezeichnet.

Bei der Suche nach einem Krankenhaus suchen Patienten verstärkt nach Indikatoren, die für Sicherheit und Behandlungsqualität sprechen. Zertifikate geben objektiv darüber Aufschluss, was eine Klinik auf ihrem Gebiet leistet. Doch um sie zu erwerben, müssen Kliniken objektiv und transparent offenlegen, wie häufig und mit welchem Ergebnis sie spezielle Eingriffe durchführen. Dr. med. Konstantinos Zarras, Chefarzt der Klinik für Viszeral-, Minimalinvasive und Onkologische Chirurgie am Marien Hospital Düsseldorf und am St. Vinzenz-Krankenhaus versteht die jüngste Zertifizierung zum „Referenzzentrum Hernienchirurgie“ als Qualitätsauszeichnung und zugleich als ständige Herausforderung und Verpflichtung: „Der Patient kann davon ausgehen, dass in einer so zertifizierten Klinik Chirurgie nach den höchsten Standards der Medizin angeboten wird. Alle Bauchwand- und besonders die schwierigen Narbenbrüche werden bei uns leitlinienorientiert und durch Mithilfe aller in einem Team zusammenwirkenden Experten aus Diagnostik, Therapie und Nachbehandlung durchgeführt.“

Prof. Dr. med. Andreas Meyer-Falcke, Beigeordneter für Gesundheit der Landeshauptstadt Düsseldorf, sieht Vorteile für die ganze Region: „Qualität in der Medizin prägt langfristig die Bedeutung für die Gesundheitsstadt Düsseldorf und schafft Vertrauen in Medizin und Wissenschaft weit über diesen Standort hinaus.“

Prof. Dr. med. H.-J. Buhr, Sekretär der DGAV, erklärt die Vorgaben für das Zertifikat: „Als ‚Referenzzentren‘ werden ausschließlich Kliniken ausgezeichnet, die auf der Basis wissenschaftlicher Vorgaben und klinischer Erfahrung strenge Qualitätsstandards umsetzen und nachweisen können. Sie müssen ihre Ergebnisqualität durch verpflichtende Datenerfassung und Nachuntersuchungen kurz- und langfristig offenlegen.“

Referenzzentren unterscheiden sich von Kompetenzzentren v.a. durch höhere Eingriffszahlen. Sie müssen mindestens 250 Hernienoperationen jährlich versorgen, darunter 50 Narbenhernien und fünf komplexe Hernien wie z.B. Zwerchfellbrüche. Weiterhin müssen Zentren dieser Art alle minimalinvasiven, endoskopischen und offenen Verfahren anbieten und mit einem plastischen Chirurgen zusammenarbeiten. Ein regelmäßiges Fort-bildungsangebot sowie die aktive Teilnahme an internationalen Hernien-Kongressen sind ebenso erforderlich.