Alarm in der Speiseröhre: Wie Reflux behandelt wird

Ein Braten mit Sauce und viel Glühwein – typische Genüsse der Adventszeit können für Alarm in der Speiseröhre sorgen. Was Experten bei Anzeichen einer Reflux-Erkrankung raten, diskutierten Experten beim VKKD-Gesundheitsforum in Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Anzeiger und der Rheinischen Post.

Magenbeschwerden oder ein Brennen im Hals: „Die Bandbreite der Reflux-Beschwerden ist groß“, stellte Professor Matthias Schauer beim Gesundheitsforum mit dem Titel „Feuer in der Speiseröhre – aktuelle Therapien der Reflux-Krankheit“ gleich zu Beginn im Düsseldorfer Maxhaus fest. Der Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Endokrine Chirurgie am Augusta-Krankenhaus gehörte zu den drei Referenten, deren Rat vom Publikum stark gefragt war: Es gab so viele Anmeldungen, dass die Veranstaltung zwei Mal mit rund 80 Gästen über die Bühne ging. Schauer beruhigte das Publikum: „Es passiert meist mehrmals täglich, dass etwas Magensäure für Sekunden in die Speiseröhre rutscht und anschließend durch die Speiseröhre wieder zurück in den Magen transportiert wird.“ Ein Problem entsteht, wenn die Säure in der Speiseröhre verbleibt und sogar bis zum Kehlkopf oder in den Mund gelangt. Treten die Beschwerden häufig auf, etwa wöchentlich, dann ist ein Arztbesuch angeraten.

Dr. Carsten König, Allgemeinmediziner und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, ordnete das Thema hausärztlich ein: „Den meisten Patienten sagt ,Reflux‘ erstmal nichts, die haben Bauchweh.“ Dahinter könnten Darmprobleme stecken oder Gallensteine. In anderen Fällen seien Stress und Überlastung die Ursache. Bei der Diagnose „Reflux“ landet man nach seinen Worten oft erst, wenn andere Erkrankungen ausgeschlossen sind. Dr. König: „Manchmal helfen Hausmittel wie Kamillentee und leichtere Kost.“ Wenn das Aufstoßen Blut mit sich bringe, sei eine Magenspiegelung und eventuell eine stationäre Versorgung nötig.

Oberarzt Dr. Daniel Böing, Internist und Gastroenterologe am Augusta-Krankenhaus, machte auf den Umfang des Problems aufmerksam: Etwa ein Drittel der Bevölkerung kennt das Reflux-Phänomen. Die Therapie startet mit einer ausführlichen Anamnese, also einem Gespräch über den Gesundheitszustand. Behandelt wird häufig zunächst mit Medikamenten, die die Säureproduktion im Magen ausbremsen. Auch schonende chirurgische Optionen kamen zur Sprache – sie greifen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. So können etwa am Magen Manschetten gebildet oder Zwerchfellbrüche beseitigt werden. Chirurg Prof. Schauer bilanzierte: „Wir werden immer eine individuelle Lösung finden.“

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