OP-Roboter da Vinci-X® am Marien Hospital Düsseldorf: 500 roboterassistierte Operationen

Die Operateure am Marien Hospital Düsseldorf verzeichneten Ende September die 500. roboterassistierte Operation, seitdem vor zwei Jahren das da Vinci-X®-Operationssystem etabliert wurde. Am ZIRO, dem Zentrum für interdisziplinäre robotische Chirurgie, arbeiten Operateure der Fachgebiete Urologie und Viszeralchirurgie und entwickeln im engen Austausch minimalinvasive Verfahren für weitere Einsatzgebiete, vorwiegend für die onkologische Chirurgie.

Auch während der Corona-Pandemie durften und mussten chirurgische Therapien von bösartigen Tumoren und dringliche Eingriffe mit dem Robotersystem stattfinden. Bei dessen Einführung vor zwei Jahren standen vor allem uro-onkologische Eingriffe an der Prostata, Nieren und Harnblase  auf dem OP-Plan. Mittlerweile ist die Roboter-Technologie auch für viele minimalinvasive viszeralchirurgische Eingriffe etabliert – hier mit einem besonderen Schwerpunkt im  Bereich der bösartigen Tumoren des Dick- und Mastdarms  und der Antireflux-Chirurgie, die bisher nur an wenigen Zentren in Deutschland roboterassistiert durchgeführt werden.
 
Das da Vinci-X®-Operationssystem ist gegenwärtig das weltweit etablierteste System für minimalinvasive Operationen. Das Marien Hospital Düsseldorf zählt zu den ersten Krankenhäusern in Deutschland, die mit dem robotischen OP-System da Vinci-X® arbeiten, und mit 500 Operationen in den letzten zwei Jahren zu den Häusern mit einer sehr hohen Expertise. Besonderer Vorteil: der OP-Roboter assistiert Ärzten, unter einer bis zu 10-fach vergrößerten Darstellung durch kleine OP-Zugänge millimetergenau und zitterfrei zu operieren. Für die Patienten bedeutet dies, bessere Schonung der Strukturen im OP-Umfeld, schnellere Heilung der OP-Wunden, weniger Schmerzen, kürzerer Krankenhausaufenthalt; urologische Patienten, die nach der Diagnose „Prostatakrebs“ einen möglichst schonenden Eingriff wünschen, um ihre Lebensqualität zu erhalten, wissen dies besonders zu schätzen.
 
Das da Vinci-X®-System besteht aus einem mit vier Armen ausgestatteten Patientenwagen, einem Videoturm sowie einer Konsole. Durch kleine, nur ca. 5-10 mm große Hautschnitte werden die notwendigen Instrumente und eine Kamera – mit zwei voneinander getrennten Optiksystemen – in den Körper eingeführt. Für den Operateur werden die Bilder wie beim Blick durch ein Fernglas zu einem dreidimensionalen Bild auf einem Full-HD-3D-Monitor verschmolzen. Während der OP sitzt er an der Konsole und steuert die Arme des Roboters. Sie verfügen über multiple Gelenke und übertragen exakt jede Bewegung der Finger und Handgelenke des Arztes in Form elektronischer Signale in das gewünschte Operationsfeld. Der Operateur arbeitet dadurch mit einer absolut ruhigen Hand, was so weder bei der klassischen offenen noch bei der manuellen laparoskopischen Operation möglich wäre.
 
Bei Inbetriebnahme des da Vinci-X®-Operationssystems am Marien Hospital Düsseldorf im Jahr 2018 nutzten NRW-weit lediglich 17 Standorte das System. Deutschlandweit sind mittlerweile ungefähr 140 dieser OP-Roboter an ausgewählten Zentren im Einsatz.