Durch Alterung oder Sportverletzungen treten Rissbildungen im Meniskusgewebe auf (Abb. 2). Anlagebedingt kann außen eine scheibenartige Anlage des Meniskus auftreten. Ober- und Unterschenkel sind dann durch eine faserknorplige Schicht voneinander getrennt, welche ein erhöhtes Risiko zur Rissbildung aufweist (Scheibenmeniskus).

Abb. 2a,b:. Degenerative Rissbildungen. Arthroskopiebefund bei Chondrocalcinose (a). Die betroffenen Menisci neigen eher zur Rissbildung. Eine Lappenrissbildung ist mit einem Tasthaken in Abbildung b dargestellt. In beiden Fällen ist nur eine Meniskusentfernung möglich, da wegen der mangelnden Durchblutung das Heilungspotential fehlt. 

Mitunter führen Störungen des Knorpelstoffwechsels zur Einlagerung von Kalkkristallen in das Meniskusgewebe, was mit einer erhöhten Brüchigkeit des Faserknorpels einhergeht. 

Krankengeschichte
In den meisten Fällen sind keine echten Unfälle für die Entstehung einer Meniskusläsion notwendig. Bei Vorschädigungen erzeugen sog. „Gelegenheitsunfälle“ entsprechende akute Schmerzen. Die instabilen Meniskusanteile erzeugen abhängig von ihrer konkreten Größe und Lokalisation zeitweise oder anhaltende Störungen der Beweglichkeit des betroffenen Kniegelenks. Bei inneren Meniskusläsionen geben die Patienten meist Schmerzen im inneren Gelenkspalt an, äußere Meniskusschäden führen zu sowohl nach außen als auch nach innen ausstrahlenden Schmerzen. Die Diagnosestellung erfolgt durch eine klinische Untersuchung. Eine Kernspintomografie (MRT) kann die Diagnose sichern. Das Röntgenbild zeigt keinen krankhaften Befund. 

Therapie
Grundsätzliches Therapieziel ist die Beseitigung der mechanischen Instabilität des Meniskus, wobei zur Erhaltung der wichtigen Stoßdämpferfunktion möglichst viel Restgewebe belassen werden sollte. Eine Operationsanzeige besteht bei Beschwerden, nicht symptomauslösende Läsionen müssen nicht operiert werden. Wegen der mangelnden Durchblutung kann der äußere Rand der Meniskusläsion nicht spontan heilen. 

Grundsätzlich kann die Rissbildung des Meniskus durch eine Entfernung der abgerissenen Anteile oder eine Naht derselben behandelt werden. Letzteres hat nur Aussicht auf Erfolg, wenn eine echte Heilung der wieder befestigten Meniskusstrukturen eintritt, was nur bei bestimmten Rissen und meist in jüngerem Alter der Fall ist. 

Operationstechnik
Bei verschleißbedingter Vorschädigung ist eine Entfernung des abgerissenen Anteils notwendig. Der Eingriff wird heute im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopische Operation) durchgeführt. Operationstechnisch werden kleine Stanzen, Fräsen (sog. shaver) oder Elektroresektoren durch eine Stichinzision unter Videokontrolle in den Gelenkraum gebracht. Der Eingriff dauert etwa 20 min und kann ambulant erfolgen. 

Nachbehandlung
Nach dem Eingriff kann das operierte Bein sofort bewegt und belastet werden, allerdings ist zur Verhinderung von Reizergüssen einige Tage Schonung zu empfehlen. Regelmäßiges Bewegen des Fußes durch die Wadenmuskulatur beugt einer Thromboseentstehung vor. Sportliche Belastung ist in der Regel nach 3 Wochen möglich, leichtes Radfahren schon eher. Joggen oder Belastungen mit schnellen Richtungswechseln sollten 6 bis 8 Wochen gemieden werden. 

Komplikationen sind selten, bei andauernden Beschwerden liegen entweder Knorpelschäden - eventuell auch Arthrose - oder Durchblutungsstörungen des gelenknahen Knochens (Knochenmarksödeme) vor.

 

Meniskusnaht