Wissenschaftspreis für Prof. Stephan Martin und sein Team: Abnehmen durch Glukosemessung

Prof. Dr. med. Stephan Martin, Chefarzt und Leiter des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums (WDGZ) in Düsseldorf, hat jetzt den Wissenschaftspreis der Fachzeitschrift „Aktuelle Ernährungsmedizin“ erhalten.

Mit Erstautor Dr. Martin Röhling und Co-Autorin Dr. Kerstin Kempf hat er untersucht, wie sich der Verzehr verschiedener Lebensmittel auf den Glukose- und Insulinspiegel gesunder Erwachsener auswirkt. Das WDGZ ist eine Einrichtung des VKKD | Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf.
Die diesjährigen Preisträger bewerten die kontinuierliche Glukosemessung als praktikable Möglichkeit, Patientinnen und Patienten die Folgen ihres Essverhaltens unmittelbar vor Augen zu führen – so zeigte sich bei den Studienteilnehmenden mit Hilfe eines Hautsensors unter anderem, dass Apfelsaft den Glukosespiegel etwa gleich stark ansteigen lässt wie Limonade. 

Die direkte Rückmeldung bietet Orientierung und könnte die Motivation erhöhen, zu zuckerärmeren oder -freien Alternativen zu greifen. Das ist besonders wichtig bei Menschen mit Übergewicht oder Adipositas, die langfristig abnehmen möchten. 

Die „Low-Insulin“-Methode hat sich als erfolgreiches Programm zum Abnehmen erwiesen. „In einer vorangegangenen Studie konnten wir zeigen, dass ein durchschnittlicher Gewichtsverlust von zehn Kilo im Jahr möglich ist“, sagt Erstautor Röhling. Dafür müssen Betroffene Zucker und stärkehaltige Lebensmittel, die den Blutzucker- und in der Folge den Insulinspiegel ansteigen lassen, meiden. „Ein kontinuierlich hoher Insulinspiegel führt zu Übergewicht und Adipositas, also Fettleibigkeit.“ Denn das ausgeschüttete Hormon wirkt nicht nur blutzuckersenkend. Es blockiert auch die Lipolyse, den Fettabbau, und fördert gleichzeitig Fettablagerungen im Gewebe.

Die Zeitschrift „Aktuelle Ernährungsmedizin“ erscheint im Georg Thieme Verlag und ist unter anderem das offizielle Publikationsorgan der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM). Der Wissenschaftspreis wird in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben und zeichnet Autoren aus, deren Forschungsarbeit im Vorjahr in der Fachzeitschrift publiziert wurde und deren Ergebnisse wegweisend für die Ernährungsmedizin sind. Die Auszeichnung ist mit 2000 Euro dotiert.